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Beerdigungskosten von der Steuer absetzen

Die Organisation der Bestattung eines geliebten Menschen ist häufig nicht nur emotional eine Belastung, sondern auch finanziell. Bestattungskosten können jedoch von der Steuer abgesetzt werden. Wir haben alles Wissenswerte zu steuerrechtlichen Fragen für Sie zusammengefasst.

Voraussetzungen für eine Anrechenbarkeit

Um Bestattungskosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen, müssen 2 Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Die Person, die Bestattungskosten von der Steuer absetzen möchte, ist rechtlich oder sittlich dazu verpflichtet, die Bestattungskosten zu tragen
2. Das hinterlassene Erbe reicht nicht aus, um die Bestattungskosten zu decken

Wer kann Steuerminderung beantragen

Einen Antrag auf Steuerminderung von Bestattungskosten kann von Personen gestellt werden, die bei einer Bestattung kostentragungspflichtig sind. Die Verpflichtung kann sowohl rechtlich als auch sittlich entstehen.

Rechtliche Verpflichtung zur Kostenübernahme

Der zuletzt Unterhaltpflichtige ist rechtlich dazu verpflichtet, die Kosten einer Bestattung zu übernehmen. Sollte kein Angehöriger unterhaltspflichtig gewesen sein, geht die Kostentragungspflicht auf eine andere Person der Erbfolge über.

Die gesetzlich festgelegte Erbfolge greift in Deutschland, sofern vom Verstorbenen kein Testament mit einer individuellen Erbfolge aufgesetzt wurde. In absteigender Reihenfolge sind folgende Personengruppen erbberechtigt und damit verpflichtet, die Kosten einer Bestattung zu tragen:

  • Ehegatte oder Lebenspartner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Volljährige Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • Partner einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft
  • Sorgeberechtigte
  • Großeltern
  • Enkelkinder
  • Verwandte bis zum 3. Grad

Fallbeispiel: Timos Schwester ist verstorben. Diese war kinderlos und nicht verheiratet. Da Timos Eltern ebenfalls verstorben sind, fällt die Kostentragungspflicht neben der Bestattungspflicht auf ihn als einzigen Geschwisterteil. Da Timo das Erbe ausschlägt, geht die Kostentragungspflicht als nächsten Erben auf den Lebensgefährten seiner verstorbenen Schwester über. Timo bleibt bestattungspflichtig, aber der Lebensgefährte seiner Schwester übernimmt die Bestattungskosten. Dieser kann die Bestattungskosten so am Jahresende von der Steuer absetzen.

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Sittliche Verpflichtung zur Kostenübernahme

Eine sittliche Verpflichtung zur Kostenübernahme besteht beispielsweise, wenn der Kostentragungspflichtige nicht in der Lage ist, die Bestattungskosten zu tragen und sich ein weiterer Angehöriger verpflichtet fühlt, diese zu übernehmen. Bei der Kostenübernahme durch eine sittliche Verpflichtung wird im Einzelfall entschieden, ob die Kosten absetzbar sind oder nicht.

Fallbeispiel: Valeries Mutter ist verstorben. Der Kostentragungspflichtige ist zunächst der Ehemann der Verstorbenen. Dieser bezieht lediglich eine geringe Rente und hat keine weiteren finanziellen Mittel, um die Bestattungskosten zu tragen. Valerie fühlt sich als Tochter mit höherem Einkommen sittlich dazu verpflichtet, die Bestattungskosten zu tragen und übernimmt diese für ihren Vater. Sie kann die Bestattungskosten in der Regel am Jahresende von der Steuer absetzen.

Steuerlich anrechenbarer Betrag

Der anrechenbare Betrag ist abhängig von Einkommen, Familienstand und der Anzahl der eigenen Kinder des Kostenträgers.

Einkünfte Gesamt bis 15.340 Euro ab 15.340 bis 51.130 Euro über 51.130 Euro
Ledig ohne Kinder (Grundtabelle) 5% 6% 7%
Ledig ohne Kinder (Splittingtabelle) 4% 5% 6%
Verheiratet ohne Kinder 4% 5% 6%
Mit 1 oder 2 Kindern 2% 3% 4%
Mit 3 oder mehr Kindern 1% 1% 2%


Angemessenheitsgrenze

Die Angemessenheitsgrenze bestimmt den Kostenrahmen, in dem die Bestattungskosten abgesetzt werden dürfen. Steuerlich können nur Bestattungen bis zu einer Angemessenheitsgrenze von 7.500 Euro berücksichtigt werden.

Errechnung der absetzbaren Kosten

Die Berechnung der steuerlich absetzbaren Kosten setzt sich aus dem Gesamtpreis der Bestattung abzüglich des Erbes zusammen. Bestimmte Kostenpunkte einer Bestattung können steuerlich geltend gemacht werden.

Tipp: Bewahren Sie alle Beläge und Quittungen die in Zusammenhang mit der Bestattung stehen sorgfältig auf.

Kosten für die Bestattungsvorbereitung

  • Totenschein und Arztkosten
  • Ausstellung der Sterbeurkunde
  • Überführung des Verstorbenen
  • Hygienische Grundversorgung
  • Zweite Leichenschau
  • Sarg
  • Urne
  • Kremation
  • Danksagungskarten
  • Porto
  • Fahrtkosten

Kosten für die Trauerfeier

  • Blumenschmuck
  • Kosten für die Trauerräumlichkeiten
  • Trauerredner
  • Musik

Kosten für die Grabstätte

  • Grabnutzungsgebühren
  • Aushebung und Schließung des Grabes
  • Grabstein mit Inschrift
  • Grabgestaltung und Erstbepflanzung

Sonstige Kostenpunkte

  • Zinsen der Bestattungsfinanzierung
  • Zahlungsrückstände des Verstorbenen


Wie müssen Bestattungskosten in der Steuererklärung vermerkt werden?

Der errechnete Betrag für die Bestattungskosten muss in der Steuererklärung bei den außergewöhnlichen Belastungen vermerkt werden. Sämtliche Belege für einzelne Kostenpunkte müssen der Steuererklärung angehängt werden. Die zumutbare Belastungsgrenze ermittelt das Finanzamt selbst.

Fallbeispiel: Eine verheiratete und kinderlose Person kommt für Bestattungskosten in Höhe von 5.000 Euro auf. Diese wurden nicht vom Erbe abgedeckt. Das Jahreseinkommen des Kostenträgers beträgt 48.000 Euro. Laut Bemessungstabelle sind 5% (= 2.400 Euro) der Gesamtkosten zumutbar. Daraus ergibt sich eine Minderung der steuerlichen Bemessungsgrundlage von (5.000 – 2.400 =) 2.600 Euro.

Änderung der Steuerklasse

Im Todesfall des Ehepartners kann während des Sterbejahres das sogenannte „Ehegattensplitting“ steuerlich geltend gemacht werden. Im Folgejahr werden hinterbliebene Ehepartner mit dem „Gnadensplitting“ versteuert. Anschließend erlischt dieser steuerliche Vorteil und der hinterbliebene Ehepartner wechselt in Steuerklasse 1 oder 2.





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